In der Theorie klingt es sehr logisch: Durch die niedrige Glykoken- und Insulinkonzentration bei nüchternem Magen verbrennt der Körper Fett anstatt Kohlenhydrate zu verstoffwechseln. Studien scheinen das auch zu bestätigen. Und es gibt auch Beweise dafür, dass konsequentes Ausdauertraining auf nüchternem Magen zu einer Verbesserung des Fettstoffwechsels führt.

Trotz dieser offensichtlichen theoretischen Grundlage, gibt es kaum Belege dafür, dass bei einem Ausdauertraining auf nüchternem Magen wirklich mehr Fett verbrannt wird als bei einem Training nach dem Frühstück.

Deswegen hat das Brad Schoenfeld gemeinsam mit mehreren Kollegen in einer 4-wöchigen Studie mit 20 Teilnehmern untersucht. Die Teilnehmer mussten dreimal wöchentlich je eine Stunde mit 50% ihrer maximalen Herzfrequenz auf dem Laufband laufen. Die eine Hälfte der Teilnehmer bekam VOR dem Training einen Shake, die andere Hälfte direkt NACH dem Training.

Das Ergebnis: Beide Gruppen haben Fett abgenommen, allerdings gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. In Bezug auf die Fettverbrennung ist es also egal, ob man vor oder nach dem Cardiotraining das Frühstück zu sich nimmt.

Wie ist dieses Ergebnis trotz der theoretischen Grundlage möglich? Es gibt Belege dafür, dass eine stärkere Nutzung von Fett als Brennstoff in einem bestimmten Zeitraum durch eine stärkere Kohlenhydratnutzung im späteren Tagesverlauf kompensiert wird. Daher muss die Fettverbrennung im Laufe von Tagen – nicht auf Stundenbasis – berücksichtigt werden, um die Auswirkungen auf die Körperzusammensetzung sinnvoll zu beurteilen.